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Reichweitentest Fazua eMTB vor dem Karwendeltal

Reichweitentest Fazua eMTB

Der erste Reichweitentest war enorm spannend und hat auch einige Fragen aufgeworfen. Unter anderem: wenn ich schon nur im Eco-Modus und manchmal im mittleren Modus fahre, damit ich nicht so viel Energie verbrauche, kann ich dann nicht auch gleich einen kleineren und leichteren Motor wählen? Ich habe gleich die extreme Variante gewählt mit einem Reichweitentest Fazua eMTB. Das eBike von Lapierre eZesty soll mich bei meinem neuen Abenteuer unterstützen. Und es wurde ein Sprint zum Karwendelhaus, dazu aber gleich mehr.

Auswertung Reichweitentest Fazua eMTB
Strava-Auswertung Karwendelrunde Lapierre

Leichte Unterstützung mit Fazua-Antrieb?

Die Zahlen eines Fazua-Antriebs sprechen erstmal eine vorsichtige Sprache: Der Motor hat eine Leistung von bis zu 60 Newtonmetern, einen Akku mit 250 Wattstunden der eine Reichweite für ein MTB von 750 Höhenmetern verspricht oder 1 Stunde Höchstleistung, alternativ etwa 65 km im Flachen. Die Karwendelrunde wollte ich genauso fahren wie beim ersten Test. 65 km passt da sehr gut – leider sind es aber 1.800 Höhenmeter oben drauf. Ich vergleiche aber auch 625 Wattstunden von Bosch mit 250 Wh von Fazua. Das Ghost Hybride ASX bringt dafür 25 kg auf die Waage, das Lapierre eZesty ist mit schlanken 18,5 kg dabei. Mein Vergleich ist also rein subjektiv, aber ich musste einen Ausgleich schaffen. Lösungsansatz: Pause auf dem Karwendelhaus mit Akku nachladen.

Reichweitentest Fazua eMTB vor dem Karwendeltal
Das Karwendeltal mit dem Lapierre eZesty

Sprint zum Karwendelhaus

Zwischenstopp mit einem letzten Balken Akku

Gleich nach Scharnitz geht es einen ersten Anstieg zum Karwendeltal hoch. Hier bin ich im mittleren Unterstützungsmodes (blau – river mode) hoch gefahren, danach habe ich wieder auf null Unterstützung zurück geschaltet entlang des Karwendelbachs. Der ganz große Anstieg kommt nach ca. 20 km. Zum Karwendelhaus folgen jetzt 500 Höhenmeter am Stück mit einer durchschnittlichen Steigung von ca. 12 Prozent auf einer Länge von 5,7 km. Die Strecke bin ich mit höchster Unterstützung in 35 Minuten hoch gesprintet. Die 60 Newtonmeter haben alles gegeben. In dieser Unterstützung war ich auch deutlich schneller als mit dem Ghost.

Einmal Kaiserschmarrn und Strom bitte

Auf dem Karwendelhaus gibt es für eBiker eine „Stromtankstelle“ im Schuhraum. Die Pause von 2 Stunden habe ich genutzt, um mich durch das Angebot auf der Speisenkarte zu arbeiten. Ein Kaiserschmarrn, diverse Getränke (Radler, Milch und Cappuccino) später habe ich dann die Fahrt wieder fortgesetzt. Der Akku war bis dahin wieder zu 75 Prozent aufgeladen. Vielleicht hätte ich doch noch ein Stündchen einplanen sollen?

Höhepunkt der Karwendelrunde
Der Hochalmsattel im Reichweitentest Fazua eMTB

Reizüberflutung

Nach dem Karwendelhaus kommt die große Belohnung: erst der Hochalmsattel, dann der kleine Ahornboden und das Johannestal. Die Ausblicke, die Luft, der Trail – ganz großes Kino! Vor allem mit dem wendigen, schnellen und sehr gut gefederten Lapierre eZesty!

Reichweitentest Fazua eMTB Johannestal
Links das Johannestal und rechts die Isar vor dem Sylvensteinspeicher

Da waren aber noch „zwei kleine“ Berge

Auf dem Höhenprofil oben sehen sie ganz harmlos aus: die zwei kleinen Berglein am Ende der Tour. Die Auffahrt auf breiten Forstwegen suggeriert auch einen gemütlichen Anstieg. Die Steigung bewegt sich zwischen 5 und 15 Prozent. Tatsächlich sind die beiden Anstiege gemein, weil man am Ende der Tour einfach keine Körner für noch einen und noch einen Anstieg hat. Stattdessen nimmt die Akkuanzeige auf meinem eZesty unerbittlich ab. Der erste Berg wird noch mit Bravour gemeistert, der zweite nur bis zur Hälfte.

Hätte hätte … meine „Ladepause“, sie hätte einfach länger sein sollen. Jetzt zahle ich die Rechnung. Aber es ist halb so wild. Schließlich wiegt das Lapierre nur 18,5 kg und außerdem muss man beim Fazua-Antrieb nicht den geringsten Widerstand mittreten. Nur meine Zeit schreitet voran. Ich brauche am Ende 4 Stunden und 9 Minuten, also 24 Minuten länger als auf dem Ghost.

Johanestal

Fazit:

Das Lapierre eZesty mit Fazua-Antrieb hat einen super Job abgeliefert. Meine Planung, bzw. meine Erfahrungswerte, waren noch nicht ausreichend. Der Fahrspaß war mit beiden Bikes grandios! Das Ghost lag sehr satt auf dem Weg, das Lapierre konnte man umso schöner um die Trailkurven werfen. Welches mir besser gefallen hat in meinem subjektiven Test? Die Bikes sind sehr unterschiedlich. Das Ghost schiebt einen an. Im Downhill-Einsatz ist es perfekt positioniert. Mit dem Lapierre hat man einen Partner, den man sehr genau kennen muss, wenn es um Reichweite geht. Auf dem Trail und wenn man einfach ein Bio-Allmountain braucht, dann ist das eZesty auch ohne e grandios. Beide Bikes kann man auf dieser Tour mit ihren 1.800 Höhenmetern nur dann fahren, wenn man laufend selbst in die Pedale tritt.

Die Isar
Die Isar am Anfang Nahe der Quelle
Parkplatz Mittenwald

Nachbetrachtung;

Das Fazua-angetriebene Carbonbike von Lapierre hat einen Vorteil, der nicht zu verachten ist: es ist sehr viel leichter als das Ghost, Über 6 kg. Dieses Gewicht muss man nicht auf das Dach wuchten oder auf den Heckgepäckträger.

1 Kommentar zu „Reichweitentest Fazua eMTB“

  1. Pingback: Im Test: das 2 in 1 Bike Lapierre eZesty AM LTD Ultimate | Born2.Bike

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